Gewaltsamer Übergriff in Bautzen
Wie sicher ist unsere Stadt?
Vor einigen Tagen gab es einen Überfall in Bautzen. Ein junges Mädchen wurde von zwei Migranten arabischer oder nordafrikanischer Herkunft sexuell belästigt und angefasst. Ihr zu Hilfe kam ein 37-jähriger Mann, der mit Freunden abends aus war. Der Streit eskalierte und endete schließlich für den Mann, der eigentlich nur schlichten wollte, im Krankenhaus – mit lebensbedrohlichen Verletzungen, darunter eine tiefe Schnittwunde am Hals, die durch eine Glasscherbe verursacht worden war.
Der Täter ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Strafverfolgung läuft noch. Der mutige Mann, der inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden ist, leidet bis heute an den Folgen des Angriffs.
Kommunalpolitisch sollte dies ein Anlass sein, die objektive Sicherheitslage und das subjektive Sicherheitsgefühl in der Stadt zu thematisieren. Eine entsprechende Anfrage an den Oberbürgermeister und die Verwaltung habe ich bereits gestellt.
Der Mann sprach mit mir und bat mich um Unterstützung. Hier ein Auszug aus dem Gespräch:
Wie geht es Ihnen heute?
Mir geht es nicht so gut. Ich leide unter den Folgen der Attacke, gehe kaum noch raus, meide Menschen. Gesundheitlich komme ich wegen des schnellen Eingreifens von Ersthelfern und der Rettungskräfte, die schnell zur Stelle waren, wohl wieder auf die Beine. Narben werden bleiben – am Arm und am Hals. Aber ich fühle mich auch alleingelassen nach der Tat. Alles in allem hat mich das alles sehr mitgenommen. Und wegen eines Unfalls, den ich kürzlich hatte, wird sich der Genesungsprozess wohl auch länger hinziehen.
Was bewegt Sie aktuell am meisten?
Ich bekomme Unterstützung von meiner Familie, Freunden und einer engagierten Jugendgruppe, die den Fall auch öffentlich gemacht hat. Ich finde es belastend, dass der Täter schon wieder auf freiem Fuß ist, während ich noch unter den Folgen leide. Von den Behörden fühle ich mich unverstanden, teilweise überfordert mich die Situation auch. Ich suche rechtliche Unterstützung, brauche Hilfe im Umgang mit den Ämtern. Und ich frage mich, wie es dazu kommen konnte – mitten in der Stadt, in Gegenwart von Menschen.
Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen?
Ich finde, man darf so etwas nicht verharmlosen. Wenn jemand mit einer Glasscherbe oder mit einem Messer auf einen anderen losgeht, dann ist das keine harmlose Körperverletzung, sondern eine versuchte Tötung. Der Täter ging bewusst zum Hals mit der Glasscherbe. Ich möchte, dass die Dinge richtig eingeordnet werden – juristisch, medial und gesellschaftlich. Allzu oft werden die Täter mit Samthandschuhen angefasst und die Opfer müssen sich rechtfertigen. Mit den Folgen, dem Papierkram, aber auch mit den emotionalen und seelischen Folgen bleiben sie oft allein.
Wie fanden Sie die Medienberichterstattung in dem Fall?
Die Medien haben erst gar nicht über den Fall berichtet. Erst nachdem einige Freunde sich dort gemeldet haben, um den Tathergang zu schildern. Aber auch danach wurde sehr verharmlost, zum einen, was die Identität der Täter angeht, zum anderen wurden Sachverhalte verdreht oder verschwiegen. Das macht mich traurig und belastet mich. Wären nicht Bekannte an die Öffentlichkeit gegangen, wäre entweder gar nicht berichtet worden oder es wäre bei einer kurzen polizeilichen Meldung geblieben, die dem eigentlichen Vorgang nicht gerecht geworden wäre. Noch immer finde ich das, was zu lesen war, eher verharmlosend.
Wie haben Sie die Tat erlebt?
Ich habe auch bei der Polizei ausgesagt, möchte nicht erneut auf jedes Detail eingehen. Ich war mit Freunden aus. Der Abend war bis dahin recht friedlich und ausgelassen. Ich habe so gut wie nichts getrunken. Ein junges Mädchen bat mich und meine Freunde um Unterstützung, weil sie aggressiv und übergriffig belästigt würde. Wir gingen hin und es kam zunächst zu einem Wortgefecht. Einer der Männer drohte immer wieder mit Schlägen und machte entsprechende Gesten. Ich selbst habe niemanden geschlagen, aber plötzlich ging einer der anwesenden Männer mit Migrationshintergrund zu Boden. Ein anderer floh. Ich bin ihm nach. Plötzlich stoppte er und stieß mit einer Scherbe auf mich ein, zunächst am Arm, dann gezielt in den Hals. Ich wollte wirklich nur helfen. Ich bin keiner, der oft ausgeht oder nachts viel unterwegs ist.
Was wünschen Sie sich?
Ein offenes Gespräch darüber, wie so etwas generell und vor allem in einer kleinen Stadt wie Bautzen geschehen kann, mehr Respekt und Unterstützung für Menschen wie mich und rechtliche Unterstützung sowohl hinsichtlich meiner eigenen Interessen als auch hinsichtlich einer angemessenen Strafverfolgung.



