Leserbrief: Rückmeldung zum Artikel „Wutbürger an der B96“ vom 6. Juli 2020

Großpostwitz, den 17. August 2020

Werter Herr Leber,

vor lauter Kopfschütteln über Ihren schlecht recherchierten, völlig einseitig überzogenen, pervers anmutenden und mit unwahren Schlussfolgerungen gepflasterten Artikel „Wutbürger an der B96“ bekomme ich kaum ein Wort auf die Tastatur gehämmert.

Als gelernter „Ossi“ komme ich nur zu einer schlussfolgernden Zusammenfassung: Wir sind hier alle gleich dumm, rechtsorientiert, AFD-abhängig, gegen Corona, gegen Impfungen, Reichsbürger. Sie vermitteln ein völlig falsches und einseitige Bild von den Menschen an der B96. Das ist beleidigend in höchster Form. Vielleicht schauen Sie zu viel RTL oder sind einfach nur auf Sensationen aus, die man verkaufen kann und die kaum ein Leser hinterfragt. Ausführungen an Stammtischen haben da aus meiner Sicht höheres Niveau.

Sind Ihre Darstellungen, die es natürlich nicht generell zu leugnen gilt, das Aushängeschild für die Menschen an der B96? Mit wie vielen Bürgern sprachen Sie? Haben diese Menschen das oft strapazierte Wort Demokratie falsch verstanden?

Ich erwarte doch keine hochgeistigen Leistungen von einem Journalisten. Objektive, allseitig umfassende und reale Berichterstattung ohne eigene Interpretationen ist mir allerdings wichtig.

Sie erwähnen den Namen Annalena Schmidt. Außer „klugen“ Reden habe ich noch nichts von ihr gehört. Wenn mir Bautzen am Herzen liegt, dann bin ich doch bemüht, es tatkräftig voran zu bringen. Dann entferne ich doch Schmierereien und twittere sie nicht noch – oder? Dieses Handeln wäre für mich Vorbild. Aber die Grünen haben ohnehin Probleme wie z.B. mit der Grammatik in ihrem letzten Wahlflyer. Eine schriftliche Anfrage meinerseits zum Inhalt dieses Flyers blieb natürlich unbeantwortet. Auch Frau Schmidt äußerte sich nicht dazu. Sie können mir glauben, meine Fragen waren interessant und aktuell. Vielleicht fehlten die Antworten auf meine Fragen oder es gab einfach nur Leseprobleme.

Haben Sie Ihre angeführten Zitate wirklich selbst gehört? Mir sind solche (zum Glück) noch nicht zu Ohren gekommen und deshalb finde ich das schon etwas seltsam. Ich würde solche Äußerungen ablehnen und mich dafür auch schämen.

Sie schreiben: „Alltag in Bautzen ist, wenn die Leiterin der Oberschule einer einschlägigen Familie angehört, der Ehemann AfD-Funktionär, die Tochter bei der rechtsextremen Identitären Bewegung aktiv.“ Bis zum Ehemann verstehe ich noch den Satz aber dann hört es bei mir mit dem grammatischen Verständnis auf. Kann man eine Familie, deren Handeln von der Politik offensichtlich toleriert wird, zum „Alltag in Bautzen“ stilisieren? Das ist schon heftig daneben und was heißt „einschlägig“?

Bautzen ist auch gekennzeichnet von sehr vielen Aktivitäten wissenschaftlicher Art von Kindern und Jugendlichen. Schauen Sie sich die Abiturergebnisse der letzten Jahre an, recherchieren Sie bei Jugend forscht usw.

Frau Schmidt meint: „Bautzen ist komplett im Arsch“. Da frage ich mich, wie sie zu dieser Schlussfolgerung kommt, was sie damit meint und was hat sie in ihren Bemühungen dagegen falsch gemacht? Auf welches Niveau begibt sie sich denn! Einfach den Schwanz einziehen und das Weite suchen – das ist doch ein Armutszeugnis und ein Schlag gegen jeden Bürger, der für Bautzen lebt und arbeitet und auch noch etwas schafft! Ich muss auch lernen, Wahlergebnisse zu akzeptieren, auch wenn es in mir großes Unverständnis auslöst.

„Die Strategie des Oberbürgermeisters, mit den Rechten zu reden, ist total gescheitert“, sagt A. Schmidt. Ich frage: In welcher Hinsicht, an wem liegt es? Hat sie ihn unterstützt? Was kam bei den Gesprächen heraus? Dennoch halte ich die Gesprächsbereitschaft von Herrn Ahrens für sehr, sehr wichtig und richtig!

Sie sprechen das Thema einflussnehmender Männer an. Die gab es in der Geschichte schon immer – ob nun positiv oder negativ. Wenn ein Mensch auf mich Einfluss nimmt, muss ich das erst einmal zulassen. Wenn ich mit seinen Ideen und seinem Handeln konform gehe, erst dann lasse ich mich doch beeinflussen ohne meinen eigenen Standpunkt zu verlassen, höchstens zu ergänzen.

Ihre Sicht zu den Bürgerforen, die Herr Drews mit organisiert, halte ich für nicht haltbar. Ich selbst war mit meinem Vater bei mehreren Foren anwesend. Ich konnte nie eine Manipulation oder eine Verletzung der demokratischen Grundrechte, eine Hetze oder Verschwörung beobachten. Im Gegenteil. Die Einführungen von Herrn Drews mit seinen „echten“ Zitaten ließen mich über so manche politische Handlung nachdenken. Herr Drews bietet eine Möglichkeit, Informationen nicht nur aus der Bild oder RTL zu bekommen. Diesen Infoveranstaltungen konnte ich mehr Inhalte entnehmen als aus billigem Journalismus und abstrusen Abhandlungen. Und wenn das alles nur Fake wäre, würden dann so viele Bürger der B96 die Foren besuchen und förmlich nach Informationen rundum gieren? Aus den Fehlern zu lernen muss doch das Ziel sein! Und das muss jeder Mensch begreifen und entsprechend handeln.

Herr Drews ist einer der ganz, ganz wenigen Bürger, der zwar nicht in der Garage, aber mit der Maurerkelle seinen Weg begann und durch Fleiß, Mut, Ausdauer, Beharrlichkeit, Geschäftstüchtigkeit und vielleicht auch etwas Glück heute der ist, zu dem ich ganz weit nach oben schauen kann. Hier ein echtes Zitat von ihm: „Wo soll ich investieren, wenn nicht hier?“ Sein Weitblick, seine Zukunftsvisionen, seine Heimatverbundenheit und sein Stolz auf seine Mitarbeiter, die er stets benennt, verschaffen ihm Sympathie und Respekt. Und damit meine ich nicht einmal die vielen dankbaren Menschen und Institutionen, die in den Genuss seiner riesengroßen Sponsorenaktivitäten kommen, von denen Sie nicht einmal die Spitze des Eisberges erahnen.

Sie schreiben ferner: „Jörg Drews selbst sagt, in einer multikulturellen Gesellschaft gingen Werte verloren.“ Können Sie mich vom Gegenteil überzeugen? Interessant dabei ist aber, auf welcher Seite. Bei einer multikulturellen Gesellschaft muss es ein „Geben“ und ein „Nehmen“ geben, sonst funktioniert das nicht. Alle Beteiligten müssen lernen, zu achten und zu respektieren. Das gilt auch gegenüber Baumaschinen, die nur Primaten auf Kosten der steuerzahlenden Bevölkerung anzünden. Wo bleibt hier die Aufklärung? Wo bleibt der Schutz von Mensch und Material, die unser aller Lebensgrundlage bilden? Darüber sollten Sie recherchieren. Oder ist da etwa ein wenig Angst vor der Realität zu erwarten?

A. Schmidt, so Ihre Ausführungen, bekommt viele Drohungen. Das verurteile ich. Das hat nichts mit Demokratie zu tun, das ist primitiv. Man kann aber auch nicht die Bürger dafür verantwortlich machen, wenn ihre Ansichten nicht aufgehen. Vielleicht hat sie nicht so viele Befürworter, wie sie gerne hätte. Mephisto sagte schon in Goethes Faust (sinngemäß): „Ich bin der Geist, der stets das Böse will und doch das Gute schafft.“ Vielleicht hat Frau Schmidt, bei allem ihr gebührenden Respekt, die Sache falsch angepackt oder diese Zeilen falsch interpretiert. Schade eigentlich.

Wenn ich die CDU wähle, die dann mit der SPD kungelt, die ich vielleicht gar nicht mag, kann ich doch nicht schlussfolgern, die Sachsen-Regierung ist „komplett im Arsch“. In der Demokratie, so fasse ich sie auf, muss ich das akzeptieren, was die Mehrheit beschließt. Auch wenn es manchmal ein Schlag ins Gesicht ist. Und wenn heute Rechtsextremismus aufkommt, muss ich die Ursachen dafür finden und beseitigen. Meckern hilft nicht. Vielleicht sollten sich manche Politiker nicht sinnlos zerfleischen, sich mit der Erfindung ihrer Daseinsberechtigung beschäftigen, sondern lieber gemeinsam analysieren und gemeinsam handeln. Es macht sicherlich auch Sinn, seinen beruflichen Erfahrungen entsprechende politische Ämter zu besetzen.

Ich lehne übrigens jeden Extremismus ab – sowohl von rechts, als auch von links. Im Fernsehen zum Beispiel, ich sah es selbst voller Entsetzen und fühlte mich wie in einem ganz miesen Film, sagte eine Vertreterin der Linken (vielleicht nicht ganz wörtlich): „Wir führen die Revolution. Und wenn wir 5% der Reichen erschießen, gibt es immer noch genug davon.“ Daraufhin ein anderer Herr an einem weiteren Mikro: „Warum erschießen – die setzen wir für niedere Arbeiten ein.“ Nun weiß ich nicht, wie ich das deuten soll. Gehören Politiker mit solch einer öffentlichen Entgleisung zu meinen Vorbildern? Ist das auch noch Demokratie?

Ich kenne persönlich den Werdegang zweier „Politiker“. Unsagbare Enttäuschung macht sich da bei mir breit. Ohne Beruf, ohne Studium – da hatten wir ja in der DDR noch wenigstens einen Dachdecker… Zum Glück gibt es aber auch einen, der richtig gut für die Stadt unterwegs ist.

Ich möchte Ihnen eigentlich nur verdeutlichen, dass es immer solche und solche Bürger gibt und auch geben wird. Prinzipiell muss ich alle Seiten anhören und mit ihnen ins Gespräch kommen, auch wenn ich selbst von dem vielen Gerede nicht so begeistert bin. Eigenverantwortliches Handeln, Arbeiten für die Gesellschaft, Verantwortung für Mitmenschen (s. Drews) halte ich für den besseren Weg, auch wenn er schwerer ist. Das viele Reden und Zerreden bringen uns nicht vorwärts – das Schaffen von Gütern und Werten sichert unseren Wohlstand. Dazu gehören unbedingt auch ethische und moralische Werte.

Sie sollten ein Bild von Bautzen im Herzen haben, das die vielen ehrlich arbeitenden Menschen mit ihren Familien, ihren Sorgen und auch ihren Visionen und Wünschen widerspiegelt. Und darum möchte ich Sie ganz herzlich zu uns in den Verein, den Zuseum e. V., zu einer Gesprächsrunde ohne Presse, ohne Schau, nur ganz ehrlich, unvoreingenommen, einladen. Vielleicht können Sie auch einmal die weitaus überwiegenden guten Seiten der Bürger an der B96 beleuchten. Sie werden erstaunt sein, dass aus Sachsen nicht nur der Kaffeefilter kommt. Hier sind kreative, mutige und vor Enthusiasmus strotzende Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern unterwegs. Und das können Sie alles bei uns live erleben und mitnehmen.

In diesem Sinne verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

www.bautzenerbote.de: Extremistisch sind immer nur die anderen

Da sage keiner, das tagtägliche Lesen der örtlichen Zeitung wäre gänzlich ohne Unterhaltungswert. Manchmal ist es …

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Jörg Drews: „Wir unterstützen schnell und unbürokratisch“

Der Geschäftsführer der Hentschke Bau GmbH spricht im Interview über soziale Verantwortung, regionales Engagement und die Umsetzung in der Praxis
Schon seit vielen Jahren macht sich die sächsische Hentschke Bau GmbH durch gesellschaftliches und soziales Engagement für die Region stark, fördert und unterstützt Sportvereine, Jugendfeuerwehren, Projekte für Kinder, für Kunst und Kultur, für Bildung und vieles mehr. Im Interview spricht Hentschke-Bau-Geschäftsführer Jörg Drews über das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) und deren konkrete Umsetzung in der täglichen Praxis.

 

Hentschke Bau fördert ja sehr viel. Nach welchen Kriterien wählen Sie Vereine oder Initiativen aus?
Unser Hauptaugenmerk liegt auf regionalen Projekten. Wir fördern dort, wo wir und unsere Mitarbeiter zu Hause sind. Zudem bekommen wir auch direkte Anfragen von Mitarbeitern oder ihren Familien, die in den jeweiligen Vereinen unterwegs sind und sich dort gesellschaftlich engagieren. Diese Anfragen werten wir aus und helfen da, wo wir helfen können.

Gibt es spezielle Kriterien – etwa die Gemeinnützigkeit oder den Schwerpunkt Sport? Und wer entscheidet, welche Projekte gefördert werden?
Die Entscheidung liegt im Wesentlichen bei mir. Wir unterstützen all das, was wir als unterstützenswert empfinden. Wir unterstützen keine Abiturfeiern oder Ähnliches, sondern vielmehr dort, wo Hilfe wirklich notwendig ist. Wir helfen auf sehr unterschiedliche Weise – überall da, wo wir das Leben vereinfachen oder verbessern können. Der Schwerpunkt richtet sich vor allen Dingen auf Kinder, Jugendliche und alle Begegnungsstätten, an denen sie sportlich und gesellschaftlich unterwegs sind. Das geht vom Sport über die Jugendfeuerwehr und Schulsternwarte bis hin zum Bautzener „ZUSEUM“, wo Kinder angehalten werden, zu experimentieren und zu basteln, wo sie also eine sinnvolle Freizeitgestaltung bekommen. Einmal etwa hat sich ein junges Mädchen an uns gewandt, das eine Behinderung hatte und eine Aufstiegshilfe für ihr Pferd brauchte. Da haben wir in unserer Tischlerei eine Aufstiegshilfe gebaut und dem Mädchen übergeben.

Warum machen Sie das? Sie sind ja auch ein gewinnorientiertes Unternehmen. Was also sind die Beweggründe?
Ich bin der Meinung, dass wir als eigenverantwortliche Personen und insbesondere als Unternehmer für unser Umfeld mitverantwortlich sind. Es nützt nichts, wenn man zwar selbst eine gewisse abgesicherte Basis hat, das Umfeld aber nicht lebenswert ist. Ich denke, es ist unsere Aufgabe, selbst für ein lebenswertes Umfeld zu sorgen – dort, wo wir dies als Unternehmen können. Ich sehe das auch als Beitrag für unsere Mitarbeiter, die hier wohnen. Wenn wir einen Fußballverein unterstützen, betrifft dies vielleicht sogar das Kind eines Hentschke-Mitarbeiters. Auf diese Art und Weise gibt man seinen Mitarbeitern etwas zurück, denn ohne deren Fleiß in der Firma wäre diese ja nicht die, die sie jetzt ist.

Also ist es auch ein Stück weit dafür, das Unternehmen weiter attraktiv für die Mitarbeiter zu gestalten?
Es steigert unsere Attraktivität als Arbeitgeber und lässt die Mitarbeiter spüren, dass man als Unternehmen zwar gewinnorientiert ist, aber auch gesellschaftlich etwas beiträgt und zurückgibt. Wir tun dies natürlich auch, um das Engagement unserer Mitarbeiter zu würdigen, indem wir uns für ihre Belange auch außerhalb des Unternehmens engagieren.

Ist es üblich in Ihrer Branche, dass man sich so engagiert? Oder ist Ihr Unternehmen da in einer besonderen Position?
Das Engagement hängt natürlich in Teilen davon ab, ob das Unternehmen es sich leisten kann. Es gibt ja gesetzliche Vorgaben, dass man nicht mehr an Spenden ausgeben kann, als man eigentlich verdient. Auf der anderen Seite ist es so, dass wir natürlich in der Region auch einen Mehrwert erzeugen. Das merken wir zum Beispiel bei der Anwerbung von Jugendlichen für die Ausbildung und an der Qualität und Wertschätzung unserer Mitarbeiter. Wir haben mit dem, was wir tun, durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht.

Wird dieses Engagement auch diskutiert? Haben Sie da mal Feedback bekommen? Vielleicht nicht nur in Bezug auf einzelne Projekte, sondern auf das Engagement von Hentschke Bau ganz generell?
Ja, es wird diskutiert und es gibt durchaus auch mal eine Mitteilung von Mitarbeitern, die sich in den Vereinen eingebracht haben. Dann bekommen wir etwa ein Foto zurück mit einem Dankeschön, auf dem die Dinge zu sehen sind, die wir unterstützt haben – etwa Spielgeräte, wenn wir Kindergärten unterstützen. Oder wir werden in die Publikationen der Vereine eingebunden und auch immer wieder zu Vereinsveranstaltungen eingeladen.

Würden Sie sagen, dass engagierte Unternehmen hier Aufgaben übernehmen, die im weitesten Sinne im Bereich der Politik liegen?
Ja, durchaus. Nehmen wir zum Beispiel die Unterstützung des Breitensports. Im Schulbereich hat der Sportunterricht immer mehr abgenommen, während die Kinder zu Hause oft am Computer spielen und so immer weniger am sozialen Leben teilnehmen. Das Zusammenleben, das Durchsetzen und die körperliche Ertüchtigung, die der Sport mit sich bringt, werden dabei vernachlässigt. Gerade wir sind ein Betrieb, der Handwerker braucht – und ein Handwerker braucht eine gewisse körperliche Fitness. Damit hat unser Engagement für den Breitensport ein gewisses Eigeninteresse. Wir halten es aber auch ganz generell für wichtig, dass junge Leute durch Sport lernen, zu kommunizieren und sich durchzusetzen. Erfolg und Niederlage gemeinsam zu teilen, das macht soziales Zusammenleben doch erst aus. Zudem ist es so, dass wir hier eher eine Randregion sind. Wir haben sehr viele Betriebe, die nur eine verlängerte Werkbank sind. Wenige Unternehmen sind inhabergeführt, noch weniger haben die finanziellen Möglichkeiten, das, was wir tun, überhaupt zu leisten.

Gibt es für das, was sie tun, eine Ansprache aus der Politik? Etwa dergestalt, dass honoriert wird, was Sie leisten? Und gibt es kommunalpolitisch oder landespolitisch Anfragen mit der Bitte, mehr zu tun?
Das ist sehr schwierig. Direkte Forderungen von Seiten der Politik kann es ja an ein Unternehmen nicht geben. Es gibt natürlich manchmal den Hinweis auf ein Projekt, das unterstützenswert ist, aber in der Regel kommt nichts über die Politik. Ich trenne das auch ganz klar. Wenn Sie sich mit unserem Unternehmen beschäftigt haben, dann haben Sie vielleicht auch mal gelesen, dass mir insbesondere von politischen Gegnern vorgehalten wurde: Ich würde die Stadt mit meinem Engagement beeinflussen bzw. kaufen. Es gibt Artikel mit dem Titel: „Die gekaufte Stadt“. Dem ist aber nicht so, und dem will ich ganz klar widersprechen. Deswegen ist es eigentlich eher der unmittelbare Kontakt der einzelnen Beteiligten, die Politik bleibt außen vor. Auch mit NGOs habe ich eigentlich nichts zu tun. Ich habe eher die Vermutung, dass es die eine oder andere NGO gibt, die unser Engagement nicht befürwortet, aber das interessiert mich nicht.

Es gab ja zum Beispiel die bewusste Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Bezug auf die Europawahl, in der sie den Wunsch äußerte, dass sich Unternehmen mehr beteiligen. Merkel hat dies in internen Kreisen, aber auch bei BDI-Empfängen gesagt. Gibt es denn Situationen, in denen etwa der Bürgermeister sagt: „Wir haben ein Stadtfest, könnt ihr uns da unterstützen?“
Nein. Wenn mich Politiker unmittelbar zu diesen Themen fragen oder gar auffordern würde, dann würde ich das nicht tun. Wenn aber ein Verein kommt und um Unterstützung bittet, dann gehen wir in den Abwägungsprozess. Ich versuche das strikt zu trennen. Unser gesellschaftliches Engagement besteht auch schon länger, als Frau Merkel Bundeskanzlerin ist. Ihrer Aufforderung hat es also bei uns nicht bedurft. Ich orientiere mich eher an der Geschichte. Selbst in der Vorkriegszeit bzw. in der Zeit vor 1920 waren es in der städtischen Entwicklung unserer Heimatstadt immer auch die Unternehmer, die der Region sehr viel zurückgegeben haben. Deshalb sehe ich eine Verpflichtung eher in der Tradition der Unternehmer und weniger in der Aufforderung der Politik.

Eine unternehmerische Verantwortung für das nahe Umfeld ist ja nichts radikal Neues. Nehmen wir etwa ThyssenKrupp: Der Konzern hat Krankenhäuser gebaut, Sport und Schulen unterstützt. Ist das ein Trend, der jetzt wiederkommt? Glauben Sie, dass das für Unternehmen zum Pflichtprogramm wird?
Ob es ein Trend wird, weiß ich nicht. Ich sehe aber die Notwendigkeit. Ich habe zunächst von der Unterstützung im Sportbereich gesprochen, weil wir durchaus auch sportliche Mitarbeiter brauchen. Aber wir merken natürlich, dass es gerade für die Ausbildung von Führungspersönlichkeiten wichtig ist, sich schon mal mit anderen auseinandergesetzt zu haben – etwa in einer Mannschaft im Sport. Da sammelt man Erfahrungen. Man muss einstecken können, man muss ausprobiert haben, wie man mit Menschen umgehen kann. Man muss die unterschiedlichen Typen von Menschen in den jeweiligen Situationen einmal erfahren und analysiert haben, um dann eine Art zu entwickeln, wie man mit ihnen umgeht und sie auch führt. Auf der anderen Seite stehen natürlich die gesellschaftlichen Belange: Wir wissen, welche Bedeutung zum Beispiel das THW oder die Feuerwehr haben. Wenn wir den Nachwuchs nicht unterstützen, werden diese gesellschaftlichen Aufgaben nicht mehr erfüllt. Die Politik stellt zwar die Anforderungen, wenn man aber vor Ort ist, sieht man die schlechten Ausrüstungen. Wir sehen also die Notwendigkeit, dass dringend geholfen werden muss. Und es kommt ja auch jedem Bürger selbst zugute, wenn beispielsweise in Notfällen eine solche Infrastruktur benötigt wird.

Die Politik setzt also den Rahmen und fordert das, was Sie gerade angesprochen haben. Aber Sie sehen, dass diese Strukturen nicht zufriedenstellend ausgestattet sind und durch die Politik nicht so unterstützt werden, wie es nötig wäre, um gut zu funktionieren. Ist hier also im weitesten Sinne Ihre unternehmerische Verantwortung gefragt, Unterstützung zu bieten, wo sie fehlt?
Genau. Wir wissen ja, dass die Politik jedes Jahr, vor allem im Wahlkampf, eine ganze Menge Lippenbekenntnisse abgibt. So heißt es, dass man sich als Bürger nicht unbedingt darauf verlassen kann, dass nach der Wahl auch gilt, was vor der Wahl gesagt wurde. Aber in unserem regionalen Leben spielen das Miteinander, der gegenseitige Respekt, die Anerkennung und die Achtung vor dem, was jeder Einzelne in seinem Bereich leistet, eine entscheidende Rolle. Dies ist die Grundvoraussetzung für ein vernünftiges Zusammenleben. Auf der einen Seite ist es also der Wille, ein besseres Lebensumfeld mitzugestalten. Auf der anderen Seite ist es immer auch Eigennutz, denn ich lebe ja hier, meine Familie lebt hier, und ich möchte natürlich, dass die Region so attraktiv ist, dass auch meine Kinder und Enkel hierbleiben wollen. Ich will schließlich über all die Jahre nicht umsonst hart gearbeitet haben. Ich möchte, dass mein Betrieb als Familienunternehmen seinen Fortgang findet. Das funktioniert aber nur, wenn auch die Kinder der Überzeugung sind, dass das hier ein lebenswertes Umfeld ist.

Sie erwähnten eben, dass Ihr Engagement von NGOs möglicherweise nicht so befürwortet wird. Können Sie das ein bisschen ausführen?
Ich bin für viele ein Mann mit Ecken und Kanten, weil ich meinen eigenen Überzeugungen folge. Dann wird einem natürlich immer unterstellt, dass man sich nur engagiert, um bestimmte Einflussnahmen möglich zu machen oder bestimmte Interessen durchzusetzen. Das habe ich nicht nötig. Das Hauptgeschäft der Hentschke Bau GmbH ist der Brückenbau. Durch mein Engagement in Kindergärten haben wir aber noch keinen Auftrag für eine Brücke erhalten. Ich bin zwar in der DDR geboren, aber mit bäuerlichen Wurzeln und einer bürgerlichen Erziehung bin ich ein überzeugter Unternehmer, der den Wettbewerb schätzt. Für den Wettbewerb muss es faire Regeln für alle geben. Wenn ich von anderen verlange, dass sie mir gegenüber fair sind, dann muss ich das auch selbst vorleben.

Also gibt es die Unterstellung, dass Sie sich durch Ihr Engagement zum Beispiel staatliche Aufträge verschaffen?
Dass ich mir dadurch Vorteile verschaffe.

Behaupten das Wettbewerber, oder wer sagt das?
Ich bin parteilos, aber es kommt hauptsächlich aus politischen Lagern links der Mitte. Da gibt es wunderbar schöne Geschichten. Da haben wir zum Beispiel in der Stadt unseres Hauptsitzes zum Weihnachtsmarkt Weihnachtstannen aus Beton erstellt, als es um die Sicherung von Weihnachtsmärkten ging. Selbst da wurde mir unterstellt, dies würde ich nur tun, um die Gesellschaft zu spalten.

Dann birgt solch ein Engagement also auch Risiken?
Ich bin jetzt seit einem Jahr Stadtrat. Und ich bin in einer Stärke zum Stadtrat gewählt worden, die es zuvor noch nie in meiner Heimatstadt gab. Auf der einen Seite zeigt es natürlich, dass man mit dem, was man tut, eine große Akzeptanz in der Bevölkerung findet. Gleichzeitig gibt es natürlich auch politische Neider und Gegner, die sagen: „Das ist er nur, weil er sich das alles erkauft hat.“

Das wird dann auch offen unterstellt?
Ja, auch in Social Media Kanälen und im öffentlichen Diskurs.

Führt Ihr Mandat im Stadtrat auch dazu, dass Ihr Unternehmen politisierter wird? Wird das im Unternehmen diskutiert, nach dem Motto: „Der Chef ist jetzt im Stadtrat“?
Ich trenne meine politischen Aktivitäten so gut wie möglich vom Unternehmen.

Wenn Sie da noch ein bisschen tiefer gehen, werden Sie sehen, dass ich schon seit längerem sehr politisch bin. Ich weiß, dass sich ein Unternehmen in einem politischen und wirtschaftlichen Umfeld bewegen muss. Dieses Umfeld bestimmt auch den Erfolg des Unternehmens, und damit reflektiert es auch auf die Mitarbeiter. Es geht nicht darum, jede einzelne Entscheidung transparent zu machen. Aber ich halte es für sinnvoll, den Mitarbeitern zu vermitteln, warum und weshalb man eine Entscheidung trifft, die manchmal vielleicht nicht für jeden nachvollziehbar ist. Immerhin ist es mir gelungen, in meiner 30-jährigen Tätigkeit noch nicht ein einziges Mal wegen schlechter Lage Personal in Größenordnungen abbauen zu müssen.

Mit Entscheidungen meinen sie betriebliche Entscheidungen?
Ja, betriebliche Entscheidungen, zum Beispiel warum man sich in Bezug auf eine bestimmte wirtschaftliche Ausrichtung in die eine oder die andere Richtung bewegt. Ich bin der Überzeugung, dass nur Mitarbeiter, die auch wissen, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden, diese entsprechend im Unternehmen weiterführen.

Wenn Sie unter Ihr Engagement einen Strich ziehen würden, glauben Sie, dass es für Ihr Unternehmen insgesamt positiv ist beziehungsweise war? Oder würden Sie eher sagen, dass es problematisch war?
Es gibt ein altes Sprichwort: „Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ Ich habe schon angedeutet, dass ich hinsichtlich der Wahl meiner Person zum Stadtrat viel Zuspruch erhalten habe. Und ich merke es auch, wenn wir hier in der Stadt als Firma, oder ich als private Person, bestimmte Projekte entwickelt und realisiert haben, wie das Bahnhofsgebäude, das wir gemeinsam mit einem Partner umgesetzt haben. Das war immer Thema in der Stadt: Der Bahnhof war eine Ruine, jetzt ist er ein moderner Punkt des Reisens und ein Behördenzentrum. Wenn die Menschen anschließend auf einen zukommen, dann sprechen sie den Dank auch aus für das Engagement bzw. für das, was man tut. Das ist das, was im Wesentlichen gegenüber den Anfeindungen überwiegt. Erfolg bringt nun mal Neider und Gegner mit sich, und Missgunst gibt es immer. Damit muss man lernen richtig umzugehen.

Sind denn auch Parteispenden etwas, von dem Sie sagen, dass es am Ende des Tages eine Form gesellschaftspolitischen Engagements ist? Etwas, was Sie für das Unternehmen getan haben oder wo Sie gesagt haben: „Das ist meine private Sicht als geschäftsführender Gesellschafter“?
Sie sprechen die AfD-Spende 2017 an?

Genau. Das findet sich vermehrt im Internet.
Dabei haben wir auch viel größere Summen an andere Parteien oder regionale Vertreter gespendet, von denen ich sage, dass es Persönlichkeiten sind, die ihren Beitrag leisten und deren Unterstützung ich für wichtig halte, damit sie in der Gesellschaft vorankommen. Zur AfD-Spende: Ich hielt es damals für wichtig, dass an der Einhaltung der Gründungsabsprachen der Europäischen Union und vor allem des Euros festgehalten wird. Da gab es zum Beispiel die Haftungsklausel der Länder untereinander, dass das ausgeschlossen ist. Solche Dinge sind wichtig für die Unternehmen. Wenn durch Haftungsübernahme die Staatsverschuldung unseres Landes steigt, dann sinken in der Regel die Investitionen. Das hat Auswirkungen auf Unternehmen und vor allem auf Bauunternehmen, die auf staatliche Investitionen angewiesen sind. Ich hielt dies für grundlegend falsch. Wir werden in Kürze sehen, insbesondere jetzt im Rahmen der Corona-Krise, was da alles falsch gemacht wurde.

Würden Sie noch einmal spenden?
Die Frage stellt sich nicht. Ich bin der Meinung, dass es zu der Zeit richtig war. Damals war es die einzige Partei, die sich in diese Richtung überhaupt bewegt und entsprechende Fragen gestellt hat. Ich bin auch nicht der Typ, der sich mit dem Blick zurück aufhält, sondern eher jemand, der versucht, den Blick nach vorn zu wagen.

Erwarten Sie von Ihrem sozialen Engagement unterm Strich auch einen ökonomischen Nutzen?
Ich weiß nicht, ob man das direkt als ökonomischen Nutzen bezeichnen kann, aber es ist auf jeden Fall wichtig für den Fortbestand des Unternehmens. Nur wenn ich mit die besten und bodenständigsten Mitarbeiter habe, hat das Unternehmen langzeitig Bestand und kann der Region wieder etwas zurückgeben. Ich würde es eher als einen Kreislauf des Nehmens und Gebens betrachten, der immer wieder zueinander reflektiert.

Wie wird sich das soziale Engagement denn in Zukunft gestalten?
Zunächst glaube ich, dass gerade einiges auf uns zukommt: und zwar die Abwicklung der Krise, die bereits 2008 begonnen hat. Das Missverhältnis zwischen Produktivität und Nettokaufkraft, das entstanden ist und das nur durch Schulden gedeckt wurde. Wenn dieser Überkapazitätenabbau jetzt erfolgt, wird das ein langwieriger Prozess, der in den Regionen noch spürbarer wird. Umso wichtiger wird es, dass wir versuchen, das zu erhalten, was erhalten werden kann, und dort zu unterstützen, wo die Politik nicht ihren Aufgaben nachkommt – wobei ich gerade dieses zentrale Umverteilungssystem nicht sonderlich befürworte. Als ThyssenKrupp entschieden hat, dass sie Wohnungen für ihre Angestellten brauchen, wussten sie ganz genau, was die Bedürfnisse ihrer Angestellten sind und wie so etwas ausgerichtet werden muss. Wenn in der heutigen Zeit aber alles aus zentralen Töpfen kommt, werden dazu erstmal Richtlinien verfasst. Über diese Richtlinien geht es in Unterverteilungen und dann werden Anträge gestellt, um das Geld wieder in die Regionen zurückzuholen. Und wenn diese Förderungen bzw. Richtlinien auch noch so formuliert sind, dass sie daneben gehen und nicht den Kern treffen, dann sind die Prozesse einfach falsch. Sie sind überreguliert, überbürokratisiert und schaffen nur geringen Nutzen. Wir als Unternehmen hier in der Region wissen am besten, wo das Geld wirklich gebraucht wird. Die Unterstützung, die wir leisten, funktioniert schnell und unbürokratisch.

Es geht ja auch viel Geld verloren durch diese Prozesse, durch die Bürokratie. Die Antragstellung muss ja irgendjemand machen, sie muss von jemandem geprüft werden …
Ja. Viel besser wäre es, das Geld vor Ort einzusetzen. Solange ich hier in der Bundesrepublik lebe, wurde immer gesagt: „Wir müssen mehr für die Bildung tun, wir müssen unsere Schulen besser ausstatten.“ Nun kann man sich in unserer Stadt über die Schulen nicht so sehr beklagen, aber der Lehrermangel und die Ausstattung mit neuer Kommunikationstechnik lässt doch noch zu wünschen übrig. Wir sprechen diese Themen schon seit Jahrzehnten an, aber sie werden nicht wirklich gelöst. Das ist das, was ungeduldig macht.

Glauben Sie denn, dass Sie als Unternehmer in Zukunft mehr in Richtung Politik arbeiten wollen, also mehr Kontakt haben wollen? Dann wäre das beispielsweise die Landespolitik, wenn wir über Bildung reden.
Es gab schon Anfragen. Auf der anderen Seite bin ich leidenschaftlicher Unternehmer. Ich merke schon als Stadtrat, dass Politik eine ganz andere Umgebung ist, als ein Unternehmen zu führen. Da gilt es, Mehrheiten zu organisieren usw. Es ist ein sehr großer zeitlicher Aufwand. Ich würde es daher bei der Kommunalpolitik belassen, weil ich denke, dass ich als erfolgreicher Unternehmer der Region wahrscheinlich mehr Unterstützung bieten kann, als wenn ich in die Politik gehen würde. Zudem haben es die Parteien schwer, im Parteiensystem zu überleben. Deswegen bin ich auch für ein Bürgerbündnis angetreten, um die Nicht-Parteizugehörigkeit zu gewährleisten. Das halte ich für eine moderne Form. Solange Engagement an eine Partei geknüpft ist, wird es das mit meiner Zugehörigkeit wahrscheinlich nicht geben.

Das ist aber eine persönliche Entscheidung?
Das ist eine persönliche Entscheidung.

Netzfunde und Beachtenswertes…

„Demokratisch ist es, dem … (Walter Scheel *1919 †2016)

 

Willy Wimmer für Friedensnobelpreis nominiert

Anfang Februar erreichte mich die sehr erfreuliche Nachricht, dass Willy Wimmer für den Friedensnobelpreis nominiert wurde. Aus vielerlei Hinsicht eine völlig berechtigte Nominierung für den wichtigsten internationalen Friedenspreis, ich wünsche ihm alles Gute. Die Nominierung wurde begründet mit besonderen Verdiensten bei der Förderung von Frieden und Sicherheit in Europa und der Welt sowie für das Bemühen zur Festigung der Zusammenarbeit zwischen den Ländern in Europa und der Vorbereitung auf dem Feld der Geopolitik.

Seit 2015 war Willy Wimmer viermal zu unseren Gesprächsrunden in Bautzen zu Gast und erläuterte die neusten Entwicklungen zur politischen Weltlage, innerdeutschen Politik und berichtete von persönlichen Erfahrungen. Während diesen Besuchen und vielen Gesprächen entstand eine enge, freundschaftliche Bindung und Wertschätzung.

Im letzten Jahr erhielt Willy Wimmer für sein jahrzehntelanges Engagement vom Verein „Bautzner Frieden“ bereits den Bautzner Friedenspreis.

Über Willy Wimmer
Willy Wimmer, geb. 1943, war 33 Jahre lang Abgeordneter im Deutschen Bundestag.
Weitere Ämter:
Verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium und Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der KSZE/OSZE. Gespräche auf höchster staatlicher Ebene auf allen Kontinenten. Als Spezialist für außen- und sicherheitspolitische Fragen bis heute gefragter Interviewpartner nationaler und internationaler Medien. Seit seinem Rückzug aus der Politik 2009 verstärkte publizistische Tätigkeit. Von ihm erschienen „Wiederkehr der Hasardeure“ (2014, Koautor Wolfgang Effenberger) und „Die Akte Moskau“ (2016).

2020-01-24: Bildergalerie Eröffnung Bahnhof Bautzen

2020-01-26 bautzenerbote.de: Bahnhof Bautzen neu erstrahlt

Am Freitag wurde der sanierte und neu gestaltete Bautzener Bahnhof eröffnet.
Innerhalb von 2 Jahren wurde das Gebäude entkernt und für die neuen Aufgaben umgebaut. Unter den vielen…

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11 Fragen an Jörg Drews

Herr Drews, Sie haben sich im Februar 2019 im Rahmen einer öffentlichen Diskussion als „besorgter Bürger“ bezeichnet – was genau meinen Sie damit? Was ist Ihre politische Überzeugung dahinter?

Ich bin bürgerlich-konservativ und würde mir eine Gesellschaft wünschen, wie sie im CDU-Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2002 beschrieben wird. Hier spreche ich als Unternehmer und als Bürger. Ich setze mich mit meinem politischen Engagement sowohl für unternehmerische Freiheiten als auch für bürgerliche Freiheiten ein. Ich möchte, dass jeder erfolgreich werden kann und nicht vom Staat gegängelt wird. Ich möchte aber auch, dass der Staat die Interessen seiner Bürger schützt. Ich glaube an den eigenverantwortlichen Menschen. Die unkontrollierte und in manchen Teilen nicht rechtsstaatliche Massenzuwanderung der Jahre 2015 und 2016, die immer noch in Teilen anhält, gefährdet diese bürgerlichen Freiheiten und die nationalen Interessen.

 

Wie genau meinen Sie das? Was sind Ihre politischen Ziele? Was müsste anders laufen in der heutigen Politik?

Das Ziel sollte sein, die Gewährung von Asyl zu beschränken auf diejenigen, die wirklich und nachweislich verfolgt werden und hier eine realistische Chance haben, Asyl zu bekommen, und Zuwanderung zu ermöglichen für diejenigen, die unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft dringend als Fachkräfte und Spezialisten benötigt. Asyl sollte nur bekommen, wer auf legalem Wege und mit gültigen Papieren nach Deutschland eingereist ist oder seine Identität zweifelsfrei nachweisen kann. Es kann nicht sein, dass wir nicht wissen, wer sich in unserem Land aufhält. Und bei der Zuwanderung von Fachkräften brauchen wir endlich klare Regeln und Grenzen. Was wir gar nicht brauchen und auch nicht zulassen sollten, ist Migration in die Sozialsysteme. Und was wir auch nicht brauchen, ist eine blinde Multi-Kulti-Gesellschaft. Wir müssen schon die kulturellen Unterschiede sehen und unsere eigene Identität wahren, was absolut kein Widerspruch ist zu einer friedlichen und pluralistischen Gesellschaft.

Ich wünsche mir in dieser Debatte mehr Sachlichkeit, auch in der medialen Berichterstattung. Wann immer – gerade in Sachsen – etwas passiert, dann sind alle Sachsen „Rechte“, „Radikale“ oder gar Schlimmeres. Das schadet dem eigentlich starken Wirtschaftsstandort und den Unternehmen vor Ort. Die politische Linke wird aber nicht müde, den Mythos vom rechten Sachsen zu hegen und zu pflegen. Es gibt Dutzende Beispiele, wo durch Medien falsch berichtet wurde und nachher ganze Städte und Regionen an den Pranger gestellt wurden. Das haben wir in Bautzen erlebt und erleben es noch. Das ist auch der Punkt, der mich dazu bewogen hat, mich politisch zu engagieren.

In diesem Zusammenhang wehre ich mich vehement gegen Denk- und Meinungsverbote sowie mediale und politische Bevormundung. Jeder soll sich selbst eine Meinung bilden dürfen. Deswegen organisiere ich politische Veranstaltungen, bei denen durchaus kontrovers diskutiert werden kann. Und deswegen habe ich mich auch entschieden, bei der Kommunalwahl anzutreten und mich für die Interessen der Menschen vor Ort einzusetzen. Ich habe auch dank dieser Menschen, die in meinem Unternehmen arbeiten, die mich persönlich unterstützen oder die mein gesellschaftliches und soziales Engagement zu schätzen wissen, die finanziellen und ressourcentechnischen Möglichkeiten dazu. Dafür bin ich dankbar. So gebe ich etwas zurück.

 

Ihr Unternehmen, die Hentschke Bau GmbH, hat im Jahr 2017 einen Betrag von 19500,- Euro an die AfD gespendet. Was hat sie dazu bewogen?

Zunächst einmal haben wir auch an andere Parteien gespendet. Die meisten Spenden gingen an CDU-Kandidaten und CDU-Kreisverbände. Dies war auch der weitaus größte Teil der Parteispenden im Jahr 2017. Noch heute spenden wir an Parteien. Nur rund fünf Prozent unseres Gesamtaufkommens an Spenden und Sponsoring sind übrigens Parteispenden.

Die Spende an die AfD ist natürlich auch im Lichte der Entwicklung zu sehen. In der Zeit von 2015 bis 2017 war die AfD in sehr weiten Teilen wirtschaftsliberal und gesellschaftskonservativ. Im Gegensatz zu den etablierten Parteien übte die AfD als einzige Partei die dringend nötige Kritik an der europäischen Euro-Rettungspolitik, die letztlich zu einer Nullzinspolitik der EZB geführt hat, die Millionen deutsche Sparer beraubt und die gegen die Prinzipien einer europäischen Staatsfinanzierung verstößt. Wir leiden noch heute unter diesem Politikversagen der EU. Ich leite ein Unternehmen, in dem Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern arbeiten und ich möchte, dass sich jeder meiner Mitarbeiter hier wohl- und willkommen fühlen kann.

 

Warum sind Sie bei der Kommunalwahl für das Bürgerbündnis Bautzen angetreten?

Weil ich mich gerne für die Menschen vor Ort einsetzen möchte und den offenen Diskurs schätze. Ein lokales Bürgerbündnis erscheint da näher als eine bundesweit agierende Partei mit all den tradierten, langen Wegen und Prozessen und teilweise auch der Klüngelei. Mein Fokus gilt der Region. Ich möchte Politik vor Ort machen.

Aber weil das Thema der AfD-Spende ja immer wieder erwähnt wird: Ich habe mit weit mehr als 5.000 Stimmen das beste Ergebnis aller Kandidaten errungen und so mit dafür gesorgt, dass das Bürgerbündnis jetzt stärker im Stadtrat vertreten ist als vorher. Das beweist, dass meine Entscheidung richtig war und die Menschen hier mein Engagement schätzen. Wenn man so will, hat meine Kandidatur der AfD also sogar geschadet. Allerdings: Ich bin der Meinung, dass man mit der AfD als Partei – und vor allem mit den Bürgern, die diese Partei gewählt haben – weiterhin im Gespräch bleiben muss. Boykotte und Ausgrenzung helfen niemandem. Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden. Das sage ich auch im Hinblick auf meine eigene Vergangenheit in der DDR. Denkverbote, Kontaktverbote und politische Eintönigkeit führen nicht zu einer besseren Gesellschaft, sondern sorgen nur für mehr Widerstand. Deswegen bin ich offen für Gespräche mit allen Parteien, Fraktionen und jedweder Couleur.

 

Genau das bestreiten ja viele ihrer politischen Gegner. Warum zum Beispiel haben Sie im Mai bestimmte Medien nicht zur Berichterstattung über das Richtfest für den Bautzener Bahnhof zugelassen?

Meine „politischen Gegner“, wie Sie es nennen, sind meist Blogger, die für einen Zuwachs an Followern gern die Provokation suchen, oder gar Aktivisten aus der linksradikalen bis zur linksextremistischen Szene, die auch teilweise nicht vor Anschlägen auf unsere Baustellen zurückschrecken. Wir erleben Schmierereien, Sachbeschädigungen und sogar Brandstiftung. Unsere Mitarbeiter erleben Anfeindungen und ebenfalls Sachbeschädigungen an deren Firmenfahrzeugen. Aber das nur am Rande.

Um Ihre Frage zu beantworten: Das Richtfest am Bautzener Bahnhof ist, wie jedes Richtfest, eine private Veranstaltung für die Handwerker und die am Bau beteiligten Gewerke. Zu einer privaten Veranstaltung nehme ich mir die Freiheit einzuladen, wen ich möchte. Und das in Absprache mit allen beteiligten Unternehmen. Hier gibt es keinen politischen Hintergrund.

 

Gleichwohl unterstützen Sie sogenannte „alternative Medien“, etwa das Magazin „Denkste mit“ oder den Lokalsender Ostsachsen TV. Was bezwecken Sie damit? Den Aufbau einer Gegenöffentlichkeit? Wie sieht Ihr Engagement in diesen und für diese Medien aus?

Ich glaube, hier überschätzen Sie meine Rolle deutlich: Bei keinem der Medien arbeite ich als Redakteur mit, nehme Einfluss auf die Inhalte oder stehe im Impressum. Ich mache mir deren Inhalte weder formell noch persönlich zu eigen. Ich unterstütze sie nur, um eine pluralistische Medienlandschaft zu ermöglichen und Menschen auch andere Perspektiven zu eröffnen. „Denkste mit“ habe ich eine einmalige Anschubfinanzierung gewährt. Bei Ostsachsen TV hatten wir Bannerwerbung im Rahmen unseres Regional-Marketings geschaltet. Ostsachsen TV ist auch kein „alternatives Medium“, sondern ein Regionalsender, der allen Akteuren der Region eine Plattform bietet.

 

Bei Ihren politischen Veranstaltungen kommen auch Menschen zu Wort, etwa als Referenten, die in der Öffentlichkeit als „Verschwörungstheoretiker“ gelten. Wie weit darf Ihrer Meinung nach ein derartiger Diskurs gehen? Sind Sie da nicht zu unkritisch?

Keineswegs. Ich bin sehr kritisch. Ich bin aber auch kritisch, was die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien angeht und demgegenüber, was uns täglich als Meldungen aufgetischt wird. Zu meinen Veranstaltungen, die ich ja auch nicht allein organisiere, kommen Hunderte Besucher jedweder Couleur. Der Zuspruch und das Interesse sind sehr groß. Die Veranstaltungen sind offen für jedermann, der sich auch mal abseits des Mainstreams informieren möchte. Auch hier gilt, dass ich mir nicht jeden Inhalt zu eigen mache. Wir informieren und machen ein Angebot. Wir lassen alle Meinungen gelten und grenzen niemanden aus. Und wir arbeiten nicht mit Etiketten wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „Rechter“, auch nicht mit Attributen wie „links“ oder was auch immer. Wir lassen einfach Meinungen zu und vertrauen dem mündigen Bürger, dass er sich selbst eine Meinung bildet. Auch hier wehre ich mich gegen Denkverbote und Meinungsdiktatur.

 

Ihre Veranstaltungen werden von einigen in der Stadt als Teil des Problems gesehen. Die Stadtgesellschaft wirkt gespalten. Wie schätzen Sie hier Ihr Engagement ein?

Ich erlebe keine gespaltene Stadtgesellschaft. Ich sehe nur, dass die Bürger der Stadt immer wieder in eine bestimmte Ecke gestellt werden und der oder die eine oder andere als politischer Akteur innerhalb der Stadt versucht, daraus Kapital zu schlagen. Das geht nicht selten mit persönlichen Beleidigungen und Angriffen einher – gegen mich persönlich, mein Unternehmen und mein soziales Umfeld. Dagegen werde ich mich auch weiterhin wehren. Ich selbst habe nie jemanden persönlich diffamiert und werde das auch zukünftig nicht tun. Ich stehe für Toleranz und Meinungspluralismus, für offenen Dialog und offenes Visier. Ich löse politische Differenzen gerne mit politischen Mitteln – persönliche Angriffe gehören da nicht dazu.

 

In dem Zusammenhang wird Ihnen auch immer wieder vorgeworfen, mittels zahlreicher Spenden Einfluss auf die Stadt und deren Politik zu nehmen. Was ist an diesen Vorwürfen dran?

In der Tat haben wir in den letzten Jahren jeweils mehrere Hunderttausend Euro an Einrichtungen in der Region Ostsachsen und darüber hinaus gespendet, die sich natürlich aus unserem Geschäftsergebnis und damit aus dem Fleiß unserer Mitarbeiter speisen. Das allerdings nie mit dem Ziel, Einfluss zu gewinnen. Wir sind ein soziales und engagiertes Unternehmen, das sich der Region verpflichtet fühlt. Wir möchten, dass Bautzen und die Region lebens- und liebenswert sind – nicht zuletzt aus dem Eigeninteresse heraus, geeignete Fachkräfte hier zu halten und zu gewinnen. Es ist uns wichtig, die Stadt und das Umland attraktiv zu halten und so auch unsere Mitarbeiter und deren Familienangehörige hier zu verankern.

So unterstützen wir die traditionsreiche Schulsternwarte, den heimischen Fußballclub Budissa Bautzen, Jugendfeuerwehren und Kindergärten, Einrichtungen der kulturellen und sozialen Jugendbildung, Sportvereine und Institutionen. Wir sind hier einer der größten Arbeitgeber und stehen zu unserer sozialen Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen zumeist Kinder und Jugendliche, die hier die besten Entwicklungschancen haben sollen, damit sie in der Region bleiben und auch in Zukunft zufrieden leben können.

Und jetzt frage ich Sie: Was ist daran politisch? Wie sollte man mit der Unterstützung von Sportvereinen oder kulturellen Einrichtungen Einfluss gewinnen können? Das ist absurd. Wir tun Gutes – finanziell oder durch bauliche und logistische Unterstützung – und erwarten dafür keine Gegenleistung. Ausnahme: Sponsoring. Da bekommen wir als Unternehmen Sichtbarkeit durch Werbebanner oder Trikotwerbung. Das ist alles unpolitisch. Wir haben das in der Vergangenheit auch kaum an die große Glocke gehängt, weil wir es für selbstverständlich gehalten haben. Nun aber gehen wir dazu über, unser Engagement auch zu kommunizieren – auch, um den ganzen Vorwürfen und falschen Behauptungen etwas entgegenzusetzen.

Und lassen Sie mich noch eines ergänzen: Wir sind auch ein sehr sozialer und guter Arbeitgeber. Ich habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren durch baukonjunkturell sehr schwierige Zeiten geführt; und niemals hat es für unsere Mitarbeiter irgendwelche Kürzungen ihrer Einkünfte gegeben, auch wenn dies im Umfeld gang und gäbe war. Wir gewähren viele freiwillige Lohn- und Gehaltszulagen, die auch dazu dienen sollen, dass die Menschen hier einen gewissen Wohlstand genießen können. Wir möchten, dass das Geld, das wir in der Region verdienen, auch in der Region bleibt.

 

Ein Vorwurf, der Ihnen auch manchmal gemacht wird, ist, dass Sie der Reichsbürgerbewegung nahe stünden. Was entgegnen Sie hier?

Das ist blanker Unsinn. Wir beschäftigen über 700 Mitarbeiter in ganz Deutschland. Wir haben immer versucht, mit eigenen Mitarbeitern statt mit Subunternehmern die höchstmögliche Wertschöpfung innerhalb unserer Projekte zu erzielen. Unser Unternehmen ist für unzählige öffentliche Auftraggeber tätig – für Kommunen, Kreise, Länder oder staatliche Unternehmen. Ich engagiere mich für die Gesellschaft – lokal und regional. Ich sitze im Rat der Stadt. Wie kann ich da Reichsbürger sein? Das ist schlicht unlogisch. Quatsch! Ein Reichsbürger lehnt diese Gesellschaft ab und tut alles, um sich von ihr zu distanzieren. Ich tue genau das Gegenteil. Ich bringe mich ein und versuche, die Gesellschaft zu verbessern.

 

In der Vergangenheit wurde Ihr politisches und persönliches Engagement oft in Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen gebracht. Wie wollen Sie das zukünftig verhindern?

Gänzlich verhindern lässt sich das wohl nicht. Es gibt ja genug Akteure, die diese Vermischung immer wieder betreiben, um daraus Kapital zu schlagen und mich über das Unternehmen zu treffen versuchen. Aber natürlich haben wir auch kommunikative Fehler gemacht, die wir jetzt korrigieren.

Wir müssen das aber auch differenzieren. Ich bin und bleibe das unternehmerische Gesicht der Hentschke Bau GmbH. Ich bin stolz auf das, was unsere Mitarbeiter leisten. Wir sind in einigen Bereichen Technologieführer und Forschungspartner rund um Beton. Wir sind ein großer Arbeitgeber und haben wunderbare Mitarbeiter, die jeden Tag ihr Bestes geben. Wir bauen in vielerlei Hinsicht Brücken in die Zukunft. Wir engagieren uns für unsere Heimat und die Menschen, die hier leben, für unsere Geschäftspartner und die Mitarbeiter. Wir investieren kräftig und bauen Gebäude des öffentlichen Sozialwesens. Für all das stehe ich ein – auch mit meinem Namen und meinem Engagement. Ich bin Teil des Erfolges der Marke Hentschke Bau und möchte das auch weiter ausbauen und gestalten.

Aber ich werde mein politisches Engagement im Rat der Stadt Bautzen und meine politischen Veranstaltungen kommunikativ stärker vom Unternehmen Hentschke Bau trennen. Da, wo ich mich privat einbringe, als Bürger und Mensch, werde ich es auch privat öffentlich machen. Ich plane eine eigene Website und werde künftig sehr klar sagen, wo ich als Privatperson präsent bin und wo als Unternehmer.

Aber eines werde ich nicht tun: schweigen. Ich habe Überzeugungen, für die ich einstehe – sowohl als Unternehmer als auch als Bürger dieses Landes und dieser Stadt. Es muss möglich sein, Flagge und Gesicht zu zeigen, ohne dafür angegriffen zu werden. Sonst bekommen wir das, was wir vor 30 Jahren mit der DDR überwunden zu haben glaubten. Dafür stehe ich – mit Leidenschaft.